Brillanz aus Blech

German Brass begeistert beim Open-Air-Konzert – CVJM-Sommerfest zum 125-Jahr-Jubiläum des Posauenchors

Mehr als 1000 Besucher haben am vergangenen Wochenende beim CVJM-Sommerfest das 125-jährige Bestehen des Gerlinger Posaunenchors gefeiert. Musikalischer Höhepunkt war am Samstag der Auftritt von German Brass, eines der besten Blechbläserensembles der Welt.

Virtuosentum vom Feinsten und im wahrsten Sinne des Wortes glänzende Musikalität, außerdem ein hoher Grad an Witz und Charme – das ist das Erfolgsrezept von German Brass. Nicht ohne Grund ist das Blechbläser-Tentett – vier Trompeten, zwei Hörner, drei Posaunen und eine Tuba – 2016 mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet worden. Ihre Konzertreisen führen die Profimusiker nach Norwegen, Spanien, China, Frankreich, Mexiko, Südkorea, Russland, Japan – und jetzt nach Gerlingen

Klassik und Romantik stehen beim Konzert anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des CVJM-Posaunenchors auf dem Programm, ebenso Tango, Balladen, Salsas, Bossa Novas, aber auch Swing oder BeeBop. Kurzum: Das Repertoire reicht von Rock bis Barock. Mehr als zwei Stunden lang kommen die vielen hundert Besucher auf dem Bauernhof Zimmermann voll auf ihre Kosten. Die Begeisterung des Publikums, dass es am Ende nicht mehr auf den Strohballen hielt, nötigte den Bläsern drei Zugaben ab. „Es war eine wirklich außergewöhnliche und tolle Location – auch für uns etwas Besonderes“, freute sich Tubist Stefan Ambrosius nicht nur über den langen Beifall der Zuhörer sondern auch über das besondere Ambiente auf dem Bauernhof mit Strohballen als Sitzplätzen.

Zehn Männer unterwegs in Sachen Blech, unterstützt von Herbert Wachter am Schlagzeug – das sind German Brass, eines der weltbesten Blechblas-Ensembles. Zur Eröffnung intonierten  die zehn Blechbläser – allesamt Solisten an renommierten deutschen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Hamburgischen Staatsoper, den Festspielen Bayreuth oder der Staatsoper Stuttgart – das Concerto D-Dur  von John Baston sowie Toccata und Fuge D-Moll von Johann Sebastian Bach. Beide Arrangements stammen aus der Feder von Matthias Höfs, Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und zuvor 16 Jahre lang Solotrompeter an der Hamburger Staatsoper. Seit dem ersten Konzert von German Brass schreibt er sich und seinen Kollegen die Kompositionen auf den Leib. Die beeindruckende Erfolgsgeschichte von German Brass, die bis ins Jahr 1974 zurückreicht, fußt zudem auf dem stets gute Laune verströmenden Repertoire und nicht zuletzt darauf, dass sie Klaus Wallendorf, langjähriges Mitglied und „Hauspoet“ der Berliner Philharmoniker, in ihren Reihen haben. Der „Gelegenheitsliterat, Gebrauchslyriker, Moderator und halboffizielle Entertainer“ versteht es nämlich bestens, das musikalische Programm mit humorvollen Einwürfen zu bereichern.

Mit „Éljen a Magyar!“ von Johann Strauss, dem Pilgerchor aus Richard Wagners Tannhäuser und „Oh, I can´t sit down“ von  George Gershwin zogen sie das Publikum in ihren Bann. Nur die beiden Hornisten begnügten sich mit einem Instrument. Ansonsten hatte jedes Bandmitglied zwischen zwei und sechs Trompeten, Posaunen oder Tuben im Gepäck.

Ganz andere Töne waren am Freitag zum Auftakt des CVJM-Sommerfest auf dem Bauernhof zu hören: Die Bässe von Good Weather Forecast wummerten über die Wiese und durch den Gerlinger Nachthimmel. Die  Pop-Rock-Formation aus Franken, die es bereits in die Albumcharts geschafft hat, zählt zu den bekanntesten christliche Band in Deutschland. Schon mit den ersten Tönen animierten die fünf Musiker um Sänger und Frontmann Flo Stielper das Publikum zum Mittanzen.

Zuvor eröffnete die Bezirksjugendband des Evangelischen Bezirksjugendwerks Ditzingen das zweitägige Open-Air-Wochenende.

Am Sonntag wurde der Bauernhof wieder zur Festmeile: Zum 16. Mal bereits  hat der CVJM Gerlingen zu seinem Sommerfest auf den Hof der Familie Zimmermann in den Gerteisen eingeladen. Mehrere hundert Besucher trafen sich am letzten Wochenende vor den Sommerferien um miteinander zu spielen, singen, plaudern, essen, Gottesdienst zu feiern. Erstmals fand der Familiengottesdienst, den die Petruskirchengemeinde am Sonntag auf den Bauernhof verlegt hatte, nicht in der Scheune, sondern unter freiem Himmel auf dem Feld statt. Dabei mussten viele Besucher schon am frühen Vormittag Sonnenschutz unter den Schirmen und Zelten suchen. „Daniel in der Löwengrube“ stand im Mittelpunkt des Musicals, das der Jugendchor und die Archechöre unter der Leitung von Kantorin Beate Zimmermann aufführten. Auch die Predigt von Pfarrerin Sabine-Schneider-Wagner drehte sich die bekannten Bibelgeschichte aus dem Alten Testament. Selbstverständlich durfte auch der Jubilar selbst, der Posaunenchor, bei seinem geburtstagsfest nicht fehlen: er gestaltete unter der Leitung von Grigori Puschanksi den musikalischen Teil des Gottesdienstes.

Am Sonntagnachmittag informierten Landwirt Dieter Müller und Michael Sickinger bei Felderrundfahrten die Besucher über den Stand der Ernte und die großen Herausforderungen, die die Wetterextreme in diesem Sommer für die Landwirte mit sich bringen. sr

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